App Konzeption Kapitel 1 – Einführung


Willkommen zum ersten Kapitel des Onlinekurses „App Konzeption“. In den folgenden Kapiteln dieses Kurses werden Sie Apps aus einer völlig neuen Perspektive kennen lernen. Denn die moderne Betrachtung von Apps erfordert ein Umdenken.

Der Begriff „App“ wird fälschlicherweise immer noch auf jene Programme reduziert die man in den jeweiligen Stores von Apple, Google und Microsoft auf das Smartphone downloaden kann. Im Grunde ist das auch nicht falsch. Für den alltäglichen Sprachgebrauch ist diese Assoziation völlig in Ordnung. Aber in einem Management-Kontext ist diese Betrachtungsweise längst überholt.

Was ist eine App?

Die Abkürzung „App“ steht für Application (deutsch: Applikation) oder auch für Programm oder Anwendung. Warum eine App auch als Programm oder Anwendung bezeichnet werden kann, wird im Zuge dieses Kurses näher erläutert.

Eine App ist eine „Software“. Egal in welchem Kontext man den Begriff App verwendet, es handelt sich immer um eine Software, die bestimmte Funktionalitäten verfügbar macht. Sie kann unter Umständen auch Einfluss auf Hardware-Komponenten nehmen, aber die App selbst bleibt immer eine software-basierte Anwendung. Im Kern geht es fast immer um die Lösung konkreter Nutzerprobleme oder Nutzeranforderungen.

App-Beispiele

Anhand der unten angeführten Beispiele kann man deutlich erkennen, dass das Anwendungsgebiet von Apps sehr vielfältig sein kann.

  • Programme zur Bildbearbeitung
  • E-Mail-Programme
  • Webbrowser
  • Programme aus den verschiedenen App Stores
  • Programme zur Textverarbeitung
  • Programme zurTabellenkalkulation (z.B. Excel)
  • Computerspiele
  • Websites

App-Definition im engeren Sinn

Eine App im engeren Sinn ist das was alle von uns im ersten Moment denken. Jene Programme die man in den verschiedenen Stores (App Store, Play Store oder Microsoft Store) downloaden kann.

App-Definition im weiteren Sinn

Apps im weiteren Sinn zu erklären ist ein wenig komplexer. Allerdings ist diese Beschreibung von entscheidender Bedeutung. Apps können als großteils abgeschlossene Systeme betrachtet werden. Das bezieht sich insbesondere auf die Programmierung und die Anwendung durch User. Fühlen sich User in einem „abgegrenzten Bereich“, kann man von einer Anwendung sprechen.

App = Software = Programm = abgegrenztes System

Wenn man einmal die Idee verinnerlicht, dass nicht nur App-Stores Apps anbieten, hat man schon die zeitgemäße Betrachtungsweise von Apps in ihren Grundzügen verstanden. Alle software-basierten Programme, die in sich – aus User-Sicht – in der Anwendung abgegrenzt sind, werden heute als App bezeichnet.

Exkurs: App Programmierung

Auch aus programmatorischer Sicht kann die „Abgrenzung“ relativ anschaulich erklärt werden.

Früher hat man Dateien für Websites in etwa so benannt:

index.html
style.css
script.js

Heute sieht man häufig folgende Terminologie:

index.html
app.css
app.js

Bitte nicht falsch verstehen. Die Bezeichnung von Dateien spielt grundsätzlich eine untergeordnete Rolle.

Warum kann eine Website als App bezeichnet werden?

Der Begriff „abgegrenzt“ ist natürlich ein wenig schwammig. Gemeint ist damit der Use-Flow oder die Abfolge des Nutzerverhaltens zur Lösung eines konkreten Problems.

App-Beispiel: Online-Shop für Uhren

Beispiel: Ich möchte meinem / meiner PartnerIn eine neue Uhr zum Geburtstag schenken. Über Online-Werbung komme ich zufällig 😉 auf die Website eines Unternehmens, das Uhren aus großteils nachhaltigen Materialien herstellt. Nach intensiven Vergleichen verschiedener Modelle, entscheide ich mich für ein Modell in Silber-Optik. Ich lege das Produkt in den Warenkorb und kaufe die Uhr nach mehreren Steps im Checkout.

Handelt es sich bei diesem Beispiel um eine App? … Ja und Nein.

Lösung konkreter Probleme

Nach alter Konvention ist die Antwort eindeutig „Nein“, denn es ist eine Website und keine App. Wenn man aber davon ausgeht, dass Websites, genauso wie Apps, fast immer bezogen auf den individuellen Use-Case konkrete Probleme lösen, dann fängt man an alles in einem anderen Licht zu betrachten.

Responsive Design

Neben dem Use-Case oder Use-Flow ist auch noch eine andere Sache von Bedeutung: Responsiveness. Da heute beinahe alle Websites „responsive“ sind und die Grenzen beim Look-and-Feel zwischen Apps aus den App-Stores und Websites immer mehr verschmelzen, braucht es ein Umdenken. Wir denken in Schubladen. Das muss sich ändern.

Die moderne Betrachtung des „App“-Begriffs kann anhand folgender Formel dargestellt werden:

App = Website = Software

Viele Bereiche des alltäglichen Lebens rücken immer mehr zusammen. Smart Home, Smart Car, Smart XYZ – wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir in Lösungen denken. Ob der Code im Browser läuft oder in einer App aus dem App Store oder auf dem Tesla-Screen ist irrelevant. Die App-Logik muss die Anforderungen des Users erfüllen beziehungsweise Probleme lösen.

Das erste Smartphone

IBM Simon - Das erste Smartphone?
IBM Simon – Das erste Smartphone?

Ich möchte zunächst eine kurze historische Einführung geben. Es ist wichtig zu wissen woher die Grundidee zur App Entwicklung kommt. Später werden wir dieses Wissen brauchen um weiterführende Aspekte verstehen zu können.

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