Website Monitoring, Analyse und Optimierung für mehr Erfolg

Das Veröffentlichen einer Website oder eines Online-Shops bedeutet oft erst den Anfang eines Prozesses der viel weiter reicht als man ursprünglich vermutet. Daher ist die Bezeichnung „Projekt“ für Online-Vorhaben meist falsch gewählt. Die Verbesserung und Optimierung des „Online-Auftritts“ sollte ständiger Begleiter sein um mittel- bis langfristig Erfolg zu haben.

Jeder kennt die Notwendigkeit einer laufenden Qualitätskontrolle und kontinuierlicher Verbesserung. Das gilt auch für die Online-Präsenz des eigenen Unternehmens. In der Praxis fehlt jedoch oft die Zeit dafür. Hinzu kommt, dass die Optimierungsmöglichkeiten täglich zahlreicher und komplexer werden. Und der Mitbewerb ist gefühlt immer einen Schritt voraus.

Es gibt ein einfaches Prinzip für Websites und Online-Shops. Wir erklären in diesem Artikel wie unsere Kunden damit erfolgreich sind.

Der digitale Erfolgskreislauf

Eine Website oder ein Webshop kann heute in überschaubarer Zeit geplant, erstellt und veröffentlicht werden. Ob individuell programmiert, basierend auf Open-Source-Software oder mit Hilfe eines Konfigurations-Tools eingerichtet, für alle Anforderungen sind entsprechende Lösungen relativ schnell und einfach verfügbar. Doch die tatsächliche Herausforderung beginnt erst später. Dabei gilt es mit dem eigenen Online-Auftritt, Online-Shop, digitalen Produkt oder Service langfristig konkurrenzfähig oder, noch besser, erfolgreicher zu sein als die anderen.

Kommen wir gleich auf den Punkt. Wer online erfolgreich sein möchte muss folgenden Bereichen Beachtung schenken:

  1. Monitoring
  2. Analyse & Reporting
  3. Verbesserung & Optimierung

Website Monitoring ist grundlegend für alle weiteren Schritte wie Verbesserung & Optimierung des Web-Auftritts.

Digitaler Erfolgskreislauf: Website Monitoring, Analyse, Reporting und Optimierung
Abbildung 1: Digitaler Erfolgskreislauf: Website Monitoring, Analyse, Reporting und Optimierung

Man könnte jetzt denken: „Das höre ich nicht zum ersten Mal“ oder „Das ist mir schon längst klar“. Viele wissen, dass es vorteilhaft ist ein System der „Online-Qualitätssicherung“ zu haben. Aber wer setzt das in der Praxis tatsächlich über einen längeren Zeitraum konsequent um? Die Antwort: meist jene die einen Schritt voraus sind. Warum? Weil das „ETWAS MEHR“ an Aufmerksamkeit für den eigenen Web-Auftritt, Social-Media-Auftritt oder Online-Shop meist den Vorsprung zum Mitbewerb bedeutet.

Bitte nicht unnötig kompliziert – es gilt die 80/20 Regel

Auch bei der Optimierung der Web-Präsenz oder des Online-Shops gilt meist die 80/20 Regel (oder das Pareto-Prinzip). In anderen Worten: 20% des Einsatzes erwirtschaften 80% des Ergebnisses. Jene mit der Nase vorne sind meist auch jene die bereits die 20% gemeistert haben.

Man kann sich schnell in Details verlieren wenn es um Online-Optimierungen geht. Auch hier ist es NICHT die Aufgabe des Unternehmers oder des Managers Micromanagement zu betreiben. Stattdessen ist es unerlässlich sich auf die eben erwähnten 20% zu konzentrieren.

Ihr Webauftritt hat eine Bedürfnishierarchie

Viele Fragen sich nun „Wo fange ich eigentlich an“? Wir können beruhigen. Besser irgendwo anfangen als gar nicht. Aber es ist vorteilhaft eine Priorisierung vorzunehmen. Stellen Sie sich vor, dass Ihre Website bestimmte „Grundbedürfnisse“ hat.

Gehen wir davon aus, dass Sie einen Online-Shop haben, der sehr gute Conversion-Raten hat und in Google zu gewissen Fokus-Keywords beste Rankings erzielt. Hört sich gut an oder? Absolut richtig, aber spielen wir den Gedanken weiter.

Beispiel: Server Uptime

Welche Auswirkungen würde es geben, wenn es Probleme bei der Uptime des Servers und den Outages gibt? Die Uptime ist eines der „Grundbedürfnisse“ jeder Online-Präsenz, denn wenn zum Beispiel ein Online-Shop nicht erreichbar ist, kann auch nicht gekauft werden. Und somit wird auch kein Umsatz erzielt.

Was bedeutet Server Uptime und Server Downtime?

Die Server Uptime ist die Zeit in welcher ein Server erreichbar war. Im Gegenteil dazu repräsentiert die Server Downtime die Ausfallzeit des Servers. In anderen Worten: die Downtime zeigt wie lange ein Server und somit zum Beispiel eine Website in einem bestimmten Zeitraum nicht erreichbar war.

Was sind Outages?

Outage bedeutet Ausfall. Im Zusammenhang mit Websites repräsentieren Outages wie oft ein Webserver und somit eine Website in einem bestimmten Zeitraum nicht erreichbar war.

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt deutlich den Unterschied in der Uptime und bei der Anzahl der Outages zwischen verschiedenen Servern.

erver Uptime, Server Downtime und Outages
Abbildung 2: Server Uptime, Server Downtime und Outages

In dem Report sieht man deutlich, dass eine Website eine viel schlechtere Erreichbarkeit hat als alle anderen. Der Report zeigt wöchentliche Zahlen. Somit war der Webserver mit schlechten Werten, innerhalb von 7 Tagen über 2 Stunden nicht erreichbar und 59 mal offline. Bei der Implementierung neuer Features, Updates oder anderen planbaren Ereignissen ist das keine Seltenheit. Im Normalbetrieb sollte das einen Hinweis zum Handeln bedeuten.

Zwei Stunden – das wirkt auf den ersten Blick nicht sehr bedeutend. Analysieren wir den betroffenen Server über 6 Monate.

Downtime in Tagen
Abbildung 3: Downtime in Tagen (6 Monate)

Über einen Zeitraum von 6 Monaten war die Website zwei komplette Tage nicht erreichbar.

  • Wie hoch war der entgangene Umsatz des betroffenen Unternehmens?
  • Wie negativ wirkt sich die schlechte Usererfahrung aus?
  • Welche Auswirkung hatte der Ausfall des Shops bzw. der Kontaktmöglichkeit sonst noch?

Bedürfnispyramide einer Website

Im Online-Business gibt es unterschiedliche Geschäftsmodelle. Wir konzentrieren uns in diesem Artikel auf das Betreiben einer Website. Dabei ist es vorteilhaft eine Priorisierung der Maßnahmen vorzunehmen. Optisch kann man das auch als Pyramide darstellen.

Bedürfnispyramide einer Website
Abbildung 4: Bedürfnispyramide einer Website
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Stufe 1: Website Monitoring mit Alerts

Website Monitoring bedeutet, dass bestimmte Leistungskennzahlen laufend unter (automatisierter) Beobachtung stehen. Bei Bedarf (mit entsprechendem Alert z.B. via Email) kann dann schnell gehandelt werden. Alerts können bei vielen Tools eingerichtet werden. Im Zentrum stehen absolute oder prozentuelle Veränderungen bestimmter Kennzahlen. Übersteigt die Veränderungen einen bestimmten zuvor definierten Schwellenwert wird ein Alert ausgelöst.

Website Alerts: bei Website Alerts (Alert [engl.] = Alarm) handelt es sich um automatisierte Benachrichtigungen (zum Beispiel via Emai). Die Alerts dienen dazu, sofort oder zu einem bestimmten Zeitpunkt, bei Veränderung eines konkreten Wertes einen Alarm bzw. eine Benachrichtigung auszulösen. Der „bestimmte Wert“ kann und soll individuell definiert werden.

Es gibt sogar Online-Services die sich auf dieses Thema spezialisiert haben. Im Kern geht es darum, dass schnell reagiert werden soll um Kosten durch Ausfälle oder andere interne bzw. externe Faktoren so gering wie möglich zu halten. Dafür müssen aber zunächst Bereiche – oder besser Kennzahlen – definiert werden. Diese Kennzahlen sollten für Ihr Geschäftsmodell von zentraler Bedeutung sein.

Neben Server Kennzahlen gibt es natürlich auch andere Alerts. Zum Beispiel: ein 7 Tages-Vergleich der Website-Zugriffe – gibt es eine Verringerung um 20% wird ein Alert ausgelöst.

Beispiele für Website Monitoring-Kennzahlen

Für folgende beispielhaft angeführte Kennzahlen könnten Alerts definiert werden, falls sich die Werte in auffallend großem Ausmaß ändern sollten:

  • Ausfälle: Outages
  • Server Uptime / Server Downtime
  • Ladezeit: Page Speed
  • Zugriffen / Aufrufe von einzelnen Seiten
  • Besuche
  • Conversions wie Anzahl der Käufe oder Downloads

Die Kennzahlen sind stark vom Geschäftsmodell abhängig und immer im Zeitverlauf zu betrachten. Daher sind die oben präsentierten Kennzahlen als BEISPIELE zu betrachten und müssen auf Ihr Unternehmen natürlich angepasst werden. Wichtig ist, die Idee und den Nutzen einer laufenden „Beobachtung“ zu verinnerlichen. Haben Sie Fragen zu Website Monitoring für Ihren Online Auftritt? Kontaktieren Sie uns.

Stufe 2: Analyse und Reporting

Ist ein grundlegendes Monitoring eingerichtet kann man sich auf die zweite Stufe unserer Pyramide begeben: die Web-Analyse. Die Differenzierung zum Website Monitoring ist natürlich oft fließend. Aber man kann eine grundlegende Unterscheidung treffen.

Unterschied zwischen Website Monitoring und Web Analyse: beim Monitoring konzentriert man sich auf die Identifizierung von konkreten aktuellen Schwierigkeiten und deren Beseitigung. Bei der Web Analyse werden auch Faktoren thematisiert, die zwar grundsätzlich unproblematisch sind, aber Potential zur Verbesserung bieten. Dadurch ergibt sich dann möglicherweise ein Wettbewerbsvorteil.

Web Analyse ist keine Raketenwissenschaft. Abhängig von der Tracking- oder Messmethode sind die Daten teils sehr genau aber manchmal eben nur eine Annäherung an die tatsächlichen Werte. Aber auch diese Annäherung ist meist ausreichend für wirkungsvolle Entscheidungen – außer wir verabschieden uns vom 80/20-Prinzip – aber das wollen wir ja nicht 😉

Historische Website Daten

Das Sammeln von (anonymisierten) Daten im Zeitverlauf ist dringend empfohlen. Der Grund dafür ist einfach: aus historischen Website Daten kann man oft Schlüsse auf die aktuelle Entwicklung ziehen. Außerdem gewinnt man aus historischen Daten der Webanalyse wertvolle Erkenntnisse die wiederum helfen neue Monitoring Bereiche zu definieren (digitaler Erfolgskreislauf).

Spezialfall: Website Audit

Ein sogenanntes Website Audit kann man eigentlich zu jeder Zeit machen. Dabei werden gewisse (Standard)-Kernbereiche einer Website geprüft. Der Hauptunterschied zur individuellen Website-Analyse liegt vor allem darin, dass dabei meist nicht individuelle Fragestellungen analysiert werden. Es gibt eine gewisse Standardisierung in der Analyse um schnell Verbesserungspotentiale aufzeigen zu können.

Beispiel eines Ergebnisses eines SEO-Audits einer Website:

Website Audit
Abbildung 5: Beispiel Website Audit

Meist hört man von Audits im Zusammenhang mit folgenden Bereichen:

  • SEO (Suchmaschinenoptimierung)
  • Page Speed
  • Accessibility (Barrierefreiheit einer Website)

Reporting mit Charakter

Nach einer Analyse beziehungsweise nach einem Audit sollte es ein entsprechendes Reporting geben. In der Praxis haben sich folgende Eigenschaften von Reportings bewährt:

  • Fokus statt Overload: wenige aber wichtige Fokus-Werte / -Fakten (Factsheet-Charakter, 80/20 Regel)
  • Gute Darstellung: angemessene Diagramme, genaue Beschriftung
  • Vergleichswerte: Branchenvergleich, Mitbewerbsvergleich
  • Handlungsempfehlungen

Nach jeder Analyse sollte die Frage gestellt werden: Und was jetzt? Ohne kritische Auseinandersetzung mit dem Outcome, ist die Arbeit meist umsonst. Erst gut durchdachte Handlungsempfehlungen führen dazu, dass die Arbeit Früchte trägt.

Stufe 3: Verbesserung & Optimierung

In Stufe 3 geht es nun an die Umsetzung auf Basis der Monitoring- und Analyse-Ergebnisse. Gibt es denn Aspekte die laufende Optimierung und Verbesserung verlangen? Die Antwort ist einfach: Ja. Aber warum?

Das Web ist dynamisch

Laufende Optimierung ist vor allem deshalb notwendig weil der Mitbewerb ständig in Bewegung ist. Aber auch das Arbeiten an der Website direkt macht laufende Verbesserungen und Optimierungen notwendig. Man stelle sich vor es werden neue Blog-Seiten veröffentlicht, neue Produkte im Shop hinzugefügt, ein neues Design für die Website implementiert. All diese Faktoren, und noch viele mehr, können dazu führen, dass man mit dem eigenen „Schiff“ gegensteuern muss um auf Kurs zu bleiben.

Potentiale (aus)nutzen

Oft werden Potentiale nicht genutzt weil sie nicht identifiziert werden (können). Daher ist eine gute Analyse der Grundpfeiler um Umsatz- und andere Erfolgspotentiale zu identifizieren. Manchmal wird dadurch ein Kurswechsel notwendig. Darum ist es wichtig bei kleinen aber vor allem bei großen Veränderungen ein fundiertes A/B Testing oder multivariates Testing sowie eine gute Ex-Post-Analyse einzuplanen.

Online-Präsenz: es ist und bleibt ein Kreislauf

Wir haben in diesem Artikel viele Themen angeschnitten. Somit haben wir auch nur an der Oberfläche „gekratzt“. Wir wollten vor allem eines vermitteln: wachsam bleiben. Das Web ist ein dynamisches und somit ein sich veränderndes und veränderbares System. Das bedeutet, dass Learnings immer wieder zur Adaption des Ausgangspunkts führen sollten.

Ein abschließendes Beispiel: wird in der Analyse-Phase festgestellt, dass auf Mobilgeräten die Conversion viel höher als bei Desktop-Geräten ist, dann sollte die mobile Ladezeit der Website zum Beispiel in das Monitoring aufgenommen werden. Vor allem dann wenn laufend neue Contents erzeugt werden.

Diese Beispiel zeigt nochmals wie individuell die Abstimmung auf Ihr Geschäftsmodell in jedem Fall erfolgen sollte.

Haben Sie Fragen zu dem Thema Website Monitoring, Website Analyse, Website Audits oder Website Optimierung? Brauchen Sie Unterstützung bei der Umsetzung? Kontaktieren Sie uns!